Serialitätstheorie

Bei der letz­ten zu unter­su­chen­den Kate­go­rie der Bil­der­bo­gen han­delt es sich um seri­el­le Fort­set­zungs- bzw. Rei­hen­bo­gen, jene Exem­pla­re, die aus meh­re­ren Bogen bestehen und eine fort­lau­fen­de Geschich­te erzäh­len. Bereits die frühs­ten Comic­strips der ame­ri­ka­ni­schen Tages­zei­tun­gen fie­len in ihrer Form seri­ell aus und lie­ßen ihre Prot­ago­nis­ten immer neue Aben­teu­er erle­ben, wie z. B. Win­sor McCays Litt­le Nemo und Litt­le Sam­my Snee­ze, Richard F. Out­caults The Yel­low Kid oder Geor­ge Her­ri­m­ans Kra­zy Kat.

So prä­sen­tiert etwa Die Gno­men und das Kar­ten­haus  seri­el­le Prot­ago­nis­ten: Lothar Meg­gen­dor­fers Gno­me zäh­len ganz all­ge­mein zu den ers­ten seri­el­len Figu­ren der euro­päi­schen Bild­ge­schich­te. Meg­gen­dor­fer fer­tig­te zwar nur weni­ge Bogen und Illus­tra­tio­nen mit sei­nen Figu­ren an, doch der fran­zö­si­sche Zeich­ner Chris­to­phe (Geor­ges Columb) pla­gi­ier­te und erwei­ter­te sie. Meg­gen­dor­fers Figu­ren erleb­ten in der Zeit­schrift Le Petit Français zwi­schen 1893 und 1904 in 55 Strips diver­se Aben­teu­er.[1] Von die­sen Aus­rei­ßern abge­se­hen, lie­ßen sich bis­her kei­ne ähn­li­che Fäl­le aus­ma­chen. Neu erfun­de­ne seri­el­le Figu­ren sind nach dem jet­zi­gen For­schungs­stand eben­falls nicht bestimm­bar.

Anders sieht es mit bereits bekann­ten Figu­ren aus, etwa, wenn es sich bei den Bogen um Lite­ra­tur­ad­ap­tio­nen u. ä. han­delt. Doch soll das fol­gen­de Kapi­tel nicht seri­el­le Prot­ago­nis­ten, son­dern seri­el­le Bogen behan­deln. Wel­che Bil­der­bo­gen dür­fen nun aber als seri­ell gewer­tet wer­den? Um dies zu klä­ren, müs­sen zunächst eini­ge Vor­über­le­gun­gen ange­stellt wer­den. Umber­to Eco, der in Seria­li­tät im Uni­ver­sum der Kunst und der Mas­sen­me­di­en sowohl seri­el­le For­men in Print- als auch elek­tro­ni­schen Medi­en unter­sucht, for­mu­liert ver­schie­de­ne Seria­li­täts­ka­te­go­ri­en / Kate­go­ri­en der Wie­der­ho­lung. Sie wer­den Die Wie­der­auf­nah­me, Die Wie­der­auf­be­rei­tung, Die Serie (mit ihren Abwand­lun­gen Die Spi­ra­le und dem Schau­spie­ler, der in jeder Rol­le einen sehr ähn­li­chen Cha­rak­ter spielt), Die Saga und der Inter­tex­tu­el­le Dia­log genannt.

Die Wie­der­auf­nah­me beschreibt etwa den Fall eines Prot­ago­nis­ten „einer vor­her erfolg­rei­chen Geschich­te“, der erneut auf­tritt: „Man beu­tet sie aus, indem man erzählt, was nach dem Ende ihres ers­ten Aben­teu­ers pas­siert ist. Das berühm­tes­te Bei­spiel einer Wie­der­auf­nah­me ist Dumas‘ Vingt ans apres, die jüngs­ten Bei­spie­le sind die Fort­set­zun­gen-folgt-Ver­sio­nen von Star Wars oder Super­man.“[2] Eine Wie­der­auf­nah­me, so Eco, sei eine rein geschäft­li­che Ent­schei­dung und man kön­ne nicht defi­nie­ren, wie stark die Ver­än­de­rung der Ursprungs­ge­schich­te sei.[3] Auch sei sie „nicht strikt zur Wie­der­ho­lung ver­dammt. Ein illus­tres Bei­spiel einer Wie­der­auf­nah­me sind die vie­len ver­schie­de­nen Geschich­ten des Artus-Zyklus, die immer wie­der die Wech­sel­fäl­le im Leben von Lan­ce­lot oder Par­zi­val beschrei­ben.“[4]

Die Wie­der­auf­be­rei­tung erzählt eine bereits bekann­te Geschich­te neu. Eco nennt als Bei­spiel Dr. Jekyll und Mr. Hyde, Die Meu­te­rei auf der Boun­ty sowie Shake­spears Gesamt­werk.[5] Die Serie ver­wen­det fest­ge­leg­te Situa­tio­nen und bestimm­te, von Neben­fi­gu­ren umge­be­ne, Haupt­cha­rak­te­re:

Die Neben­fi­gu­ren sol­len den Ein­druck ver­mit­teln, daß die neue Geschich­te sich von den vor­her­ge­hen­den unter­schei­det, wäh­rend sich das Erzähl­sche­ma aber tat­säch­lich nicht ändert. […] Bei den Seri­en glaubt man, sich an der Neu­heit der Geschich­te (die immer gleich ist) zu erfreu­en, tat­säch­lich erfreut man sich aber an der Wie­der­kehr des immer kon­stan­ten nar­ra­ti­ven Sche­mas.[6]

Die Serie ver­wen­det auch den Rück­blick auf Lebens­er­eig­nis­se eines Cha­rak­ters, aus denen sich immer neue Mög­lich­kei­ten für Geschich­ten erge­ben.[7] Eine Abwand­lung der Serie sei die Spi­ra­le: „In den Geschich­ten von Char­lie Brown geschieht offen­sicht­lich nichts, jeder Cha­rak­ter wie­der­holt zwang­haft sei­ne stan­dar­di­sier­ten Ver­rich­tun­gen. Und doch wer­den in jedem Strei­fen die Cha­rak­te­re von Char­lie Brown oder Snoo­py ange­rei­chert und ver­tieft.“[8] Eine wei­te­re Abwand­lung ist der Fall des Kino­films / der TV-Serie, die auf einem Schau­spie­ler fußt, der unter­schied­li­che Geschich­ten mit glei­cher Kon­struk­ti­on spielt.[9] Die Saga hin­ge­gen befasst sich mit der Geschich­te einer Fami­lie und sei

am ‚his­to­ri­schen‘ Ver­ge­hen der Zeit inter­es­siert […]. In der Saga altern die Cha­rak­te­re; die Saga ist die Geschich­te von altern­den Indi­vi­du­en, Fami­li­en, Leu­ten und Grup­pen. […] Die Saga ist eine ver­klei­de­te Serie. […] In Dal­las durch­lau­fen die Groß­vä­ter und Enkel mehr oder weni­ger die glei­chen Prü­fun­gen: Kampf um Reich­tum und Macht, Leben, Tod, Nie­der­la­ge, Sieg, Ehe­bruch, Lie­be, Haß, Neid, Illu­si­on und Des­il­lu­si­on.[10]

Wei­ter­hin nennt Eco den Inter­tex­tu­el­len Dia­log:

Unter inter­tex­tu­el­lem Dia­log ver­ste­he ich das Phä­no­men, daß ein gege­be­ner Text Echos vor­her­ge­hen­der Tex­te ent­hält. […] Viel inter­es­san­ter ist es, wenn das Zitat expli­zit und erkenn­bar ist, wie dies in der Lite­ra­tur der Post­mo­der­ne der Fall ist, die offen­sicht­lich und iro­nisch mit der Inter­tex­tua­li­tät spielt […]. Erin­nern wir uns an die Tötung des ara­bi­schen Rie­sen in Rai­ders of the Lost Ark und an die Trep­pe von Odes­sa in Woo­dy Allens Bana­nas! Was ver­bin­det die­se bei­den Zita­te? In bei­den Fäl­len muß der Zuschau­er um sich an der Anspie­lung zu erfreu­en, die ori­gi­na­len Topoi ken­nen. Im Fall des Rie­sen ist die Situa­ti­on für das Gen­re typisch; bei Bana­nas jedoch erscheint der Topos zum ers­ten und ein­zi­gen Mal in einem ein­zi­gen Werk, und er wird erst nach die­ser Zitie­rung ein Kenn­wort für Kino­kri­ti­ker und Kino­gän­ger.

Bei­de Male wer­den die Topoi in der ‚Enzy­klo­pä­die‘ des Zuschau­ers gespei­chert, sie wer­den zu einem Teil des Schat­zes der kol­lek­ti­ven Vor­stel­lung und kön­nen als sol­che abge­ru­fen wer­den. Was die bei­den Zita­te unter­schei­det, ist die Tat­sa­che, daß der Topos in Rai­ders zitiert wird, um ihn zu demen­tie­ren (hier geschieht nicht, was wir in ähn­li­chen Situa­tio­nen erwar­ten), in Bana­nas hin­ge­gen wird der Topos nur wegen sei­ner Inkon­gru­enz ein­ge­führt (die Trep­pe hat mit dem Rest der Geschich­te nichts zu tun). […] Inter­es­sant noch […] ein Bei­spiel aus E. T.; und zwar jene Sze­ne, in der die Krea­tur aus dem All […] am Abend vor Aller­hei­li­gen in eine Stadt kommt und hier auf eine ande­re Figur trifft, die als der Gnom aus The Empi­re strikes back […] ver­klei­det ist. E. T. ist wie vom Schlag gerührt und ver­sucht sich auf den Gnom zu stür­zen, will ihn umar­men, als ob er einen alten Freund getrof­fen hät­te. Der Zuschau­er muss hier vie­le Din­ge ken­nen: er muß auf jeden Fall von der Exis­tenz des ande­ren Films wis­sen (inter­tex­tu­el­les Wis­sen), er muß aber auch wis­sen, daß bei­de Mons­ter von Ram­bal­di geschaf­fen wur­den, daß die Regis­seu­re der bei­den Fil­me aus ver­schie­de­nen Grün­den mit­ein­an­der ver­bun­den sind […], er muss, kurz gesagt, nicht nur ein Wis­sen vom Text, son­dern auch ein Wis­sen von der Welt und den Umstän­den haben, die den Text umge­ben.[11]

Eco hält fest, dass jede der von ihm genann­ten Wie­der­ho­lungs­ty­pen nicht allein auf Mas­sen­me­di­en beschränkt sei und Pla­gia­te, Zita­te, Par­odi­en usw. Teil der lite­ra­ri­schen Tra­di­ti­on sind. Ein Groß­teil der Kunst sei immer schon repe­ti­tiv gewe­sen und die abso­lu­te Ori­gi­na­li­tät eine Erfin­dung der Roman­tik. Eben­falls soll­te die Wie­der­ho­lung kein Kri­te­ri­um ästhe­ti­scher Wer­tig­keit sein.[12]

Wäh­rend Eco ver­schie­de­ne For­men der Seria­li­tät zur Kate­go­ri­sie­rung vor­schlägt, befasst sich Bernd Dol­le-Wein­kauff in Comic, Gra­phic Novel und Seria­li­tät mit den Grund­vor­aus­set­zun­gen seri­el­le Geschich­ten. Sie sind vor­aus­set­zungs­los und im bekann­ten Milieu ange­sie­delt. Dies gel­te sowohl

für die ein­schlä­gi­gen, aus nur weni­gen Panels bestehen­den Comic-Strips wie für die inner­halb der Comic-Books abge­druck­ten Epi­so­den, die mehr als zwan­zig Sei­ten umfas­sen kön­nen, wie etwa die län­ge­ren Donald Duck-Sto­ries von Carl Barks […]: Der Umfang einer Erzäh­lung hat kei­nen Ein­fluss auf das Gefü­ge der Serie: ganz gleich, ob kurz oder lang, wer­den die Ergeb­nis­se der Hand­lun­gen in der nächs­ten Fol­ge igno­riert. […] Essen­zi­el­le Ver­än­de­run­gen und Ent­wick­lun­gen ihrer Grund­ele­men­te wür­den gegen das Prin­zip der Serie ver­sto­ßen und sind daher aus­ge­schlos­sen. Modi­fi­ka­tio­nen im Rah­men des vor­de­fi­nier­ten Kos­mos sind hin­ge­gen mög­lich. Seri­en­hel­den/-hel­din­nen zeich­nen sich durch ein immer glei­ches, unver­wech­sel­ba­res Out­fit aus und altern auch in jahr­zehn­te­lan­gen Lauf­zei­ten nicht – eben­so wenig wie sich ein nicht den Kos­mos vor­de­fi­nier­tes Hand­lungs­re­sul­tat in eine Geschich­te ein­schreibt und in spä­te­ren Fol­gen der Hand­lung Beach­tung fin­den müss­te: Die Serie besitzt kei­ner­lei His­to­ri­zi­tät. Wie Frank Kel­le­ter und Dani­el Stein fest­stel­len, unter­liegt die­ses Grund­mo­dell aller­dings in einer Rei­he US-ame­ri­ka­ni­scher Super­hel­den/-hel­din­nen­se­ri­en nicht unwe­sent­li­chen Ver­än­de­run­gen, die durch die Eta­blie­rung und Arti­ku­la­ti­on einer brei­ten Fan-Kul­tur seit den 1960er Jah­ren und die Reak­tio­nen der Autoren/Autorinnen, der Zeichner/innen und ihrer Ver­la­ge her­vor­ge­ru­fen wer­den: Die vor­mals ‚linea­re Seria­li­tät‘ wird durch zahl­rei­che neu ent­stan­de­nen Par­al­lele­di­tio­nen und einen in ‚Mul­ti­ver­sen‘ aus­ufern­den Kos­mos auf­ge­spal­ten, die ten­den­zi­ell die Kohä­renz der Seri­en und ihrer Mar­ken­zei­chen, der Helden/Heldinnen wie Super­man, Bat­man, Spi­der­man, Fan­tastic Four und vie­ler ande­rer gefähr­den müs­sen. Doch auch in die­sem Sta­di­um der […] ‚mul­ti­li­nea­ren Seria­li­tät‘ kommt ein Mecha­nis­mus zum Tra­gen, der bei Eco […] ange­deu­tet wird und der die Serie als einen in allen Tei­len vor­de­fi­nier­ten Kom­plex erhält: An Stel­le der recht ein­fa­chen Ori­gin Sto­ries der frü­he­ren Pha­se ent­ste­hen Meta-Erzäh­lun­gen, die die ver­schlun­ge­nen Erzähl­strän­ge und Bezie­hun­gen zwi­schen Figu­ren und Hand­lun­gen in Traum- und Par­al­lel­wel­ten zusam­men­füh­ren und auf die­se Art und Wei­se den Kos­mos auf einem Niveau höhe­rer Kom­ple­xi­tät restau­rie­ren.[13]

Pro­ble­ma­tisch gestal­tet sich die Aus­sa­ge über die His­to­ri­zi­tät von Seri­en und der Modi­fi­ka­ti­on durch seri­en­spe­zi­fi­sche Mul­ti­ver­sen in US-Comics als ein­zi­ge Umge­hung des ver­meint­lich gän­gi­gen Sche­mas. Ange­führt sei­en hier nur drei Bei­spie­le aus Comic und TV-Seri­en: Bru­no Bra­zil von Wil­liam Van­ce und Greg, eine Rei­he, die zwi­schen 1967 und 1985 publi­ziert wur­de, prä­sen­tiert dem Leser neben dem titel­ge­ben­den Hel­den ein fes­tes Team aus Aben­teu­rern, von denen eini­ge ster­ben und inner­halb der Serie auch tot blei­ben.[14] Ähn­lich ver­hält es sich mit Blu­e­ber­ry (1963 – 1990) von Jean Giraud (auch bekannt als Moebi­us): Die Figu­ren altern.[15] Wei­ter­hin spielt die TV-Serie South Park (seit 1999) mit dem Sche­ma der Ahis­to­ri­zi­tät. Ken­ny McCor­mick, eine der Haupt­fi­gu­ren, weist zwei Eigen­schaf­ten auf: Er spricht unver­ständ­lich (wird aber von sei­nen Freun­den ver­stan­den) und stirbt in jeder Epi­so­de erneut, ehe er zwi­schen Staf­fel 5 und 6 tat­säch­lich tot bleibt und erst spä­ter wie­der zum Leben erweckt wird (danach aller­dings nur sehr sel­ten stirbt und auch ver­ständ­lich spricht).[16] Ähn­li­che Bei­spie­le las­sen sich u. a. bei The Simp­sons (Matt Groening, seit 1989) oder Fami­ly Guy (Seth Mac­Far­la­ne, seit 1999) fin­den, wobei in allen drei TV-Seri­en gilt, dass ein (grund­le­gen­der) Rah­men der Ahis­to­ri­zi­tät der Serie zugrun­de liegt.[17]

Dol­le-Wein­kauff ver­weist wei­ter­hin eben­falls auf Abwei­chun­gen, die­se sind jedoch ande­rer Gestalt. So ent­wi­ckelt sich in Win­sor McCays Litt­le Nemo in Slum­ber­land bereits um 1900 Geschich­ten, deren Hand­lung vom Zu-Bett-Gehen und Erwa­chen des Prot­ago­nis­ten beglei­tet wer­den, inner­halb die­ser Kon­ven­ti­on sich aber Geschich­ten ent­wi­ckeln, die sich zu „einer län­ge­ren (Traum-)Handlung, die sich über zahl­rei­che auf­ein­an­der fol­gen­de Sonn­tags­sei­ten erstre­cken“[18] kön­nen, ver­bin­den. Den­noch bleibt Nemo immer ein klei­ner Jun­ge und ändert sei­ne Gestalt eben­so wenig wie ande­re Figu­ren.[19] Auch hier scheint die His­to­ri­zi­tät an einen fes­ten Rah­men gebun­den zu sein.

Eine wei­te­re Mög­lich­keit der Seria­li­tät fin­det sich, so Dol­le-Wein­kauff, in Comic-Seri­en, die „zwar nicht von vorn­her­ein auf ein bestimm­tes Ende der Hand­lung hin kon­zi­piert sind, den­noch aber – aus wel­chen Grün­den auch immer – zu einem erzäh­le­risch halb­wegs moti­vier­ten Ende nicht nur der lau­fen­den Epi­so­den, son­dern der kom­plet­ten Erzäh­lung geführt wur­de.“[20] Als Bei­spiel wird Don Rosas Life and Times of Scroo­ge McDuck genannt (die man nach Ecos Kate­go­ri­sie­rungs­mo­dell als Saga defi­nie­ren wür­de), in der man in meh­re­ren Epi­so­den die Lebens­ge­schich­te Dago­bert Ducks von 1877 bis 1947 nach­zeich­net.[21] Im Man­ga gebe es zudem häu­fig Seri­en, die „von vorn­her­ein auf einen Abschluss der Hand­lung hin kon­zi­piert wur­den, die­sen jedoch durch Ver­har­ren im Epi­sodi­schen und in Neben­hand­lun­gen über wei­te Stre­cken auf­schie­ben.“[22] Doch auch in der west­li­chen Welt sind Comicrei­hen die­ser Art nicht unge­wöhn­lich: Ob Daytrip­per von Fabio Moon und Gabri­el Ba (Bur­bank 2013) – deren Ein­zel­epi­so­den die Bio­gra­fie eines Man­nes nach­zeich­nen, der am Ende eines jeden Ban­des stirbt um in der nächs­ten Epi­so­de wie­der zu leben, älter zu sein und erneut zu ster­ben – oder Bone von Jeff Smith (Port­land 1991 – 2004), eine mehr als 1000 Sei­ten umfas­sen­de Comicrei­he. Dol­le-Wein­kauff weist auf die Publi­ka­ti­ons­um­stän­de sol­cher Seri­en hin:

Vie­le [wer­den] nur des­halb nicht von Anbe­ginn als abge­schlos­se­ne Gra­phic Novel publi­ziert, weil sie bestimm­ten Kon­ven­tio­nen der Publi­ka­ti­on von Comics in den jewei­li­gen Län­dern zumin­dest bei der Erst­pu­bli­ka­ti­on fol­gen wol­len oder fol­gen müs­sen, um den Publi­kums­er­folg zu gewähr­leis­ten. Eine gan­ze Rei­he […] Gra­phic Novels ist [.] anfäng­lich in Comic Books bzw. Maga­zi­nen mit Fort­set­zungs­se­ri­en erschie­nen. Ein sub­stan­zi­el­ler Zusam­men­hang zwi­schen Medi­um, Publi­ka­ti­ons­for­mat und nar­ra­ti­ver Struk­tur der Comics, wie er etwa in den Comic-Strips der ers­ten Jahr­zehn­te des 20. Jahr­hun­derts her­vor­tritt, ist hier offen­kun­dig nicht mehr gege­ben – man könn­te durch­aus sagen, dass die Medi­en- und Erst­pu­bli­ka­ti­ons­for­ma­te hier eigent­lich dys­funk­tio­nal sind hin­sicht­lich der Struk­tur der Nar­ra­ti­on: nicht ver­wun­der­lich also, dass alle spä­te­ren Aus­ga­ben in ein- oder mehr­bän­di­gen Buch­aus­ga­ben erfol­gen.[23]

Ähn­lich ver­hält es sich auch mit Bil­der­bo­gen: Wer­den sie im 19. Jahr­hun­dert als lose Blät­ter ver­trie­ben, publi­ziert man sie im 20. Jahr­hun­dert vor­nehm­lich in Büchern.[24] Meh­re­re Bogen, die sich eine Geschich­te tei­len, tra­gen in die­ser Publi­ka­ti­ons­form dem­nach Züge von Comic Büchern bzw. Gra­phic Novels. Dol­le-Wein­kauff ver­weist dar­über hin­aus auf einen Trug­schluss: Gra­phic Novels als unab­hän­gig von der Comic­se­rie zu wer­ten, sei fak­tisch falsch. Ins­be­son­de­re frü­he Comic­ro­ma­ne wie etwa Una bal­la­ta del mare sala­to von Hugo Pratt sei­en der Inbe­griff jenes Gen­res und geprägt von seri­el­len Mus­tern.[25] Zeit­schrif­ten böten „ein Forum für die Publi­ka­ti­on neu­er Comic-Roma­ne und [haben] ent­schei­den­den Anteil an der Ent­wick­lung der Gra­phic Novel in West­eu­ro­pa, mit beträcht­lich inter­na­tio­na­ler Aus­strah­lung.“[26] Dol­le-Wein­kauff bezieht sich hier expli­zit auf das frank­obel­gi­sche Maga­zin À SUIVRE (Über­set­zung JA: „Fort­set­zung folgt“), des­sen Titel „in pro­vo­kant-dop­pel­bö­di­ger Wei­se [..] an die bis dahin domi­nie­ren­de Erzähl­wei­se des Comics [anknüpft und] des­sen Pro­gram­ma­tik unmiss­ver­ständ­lich der Erwei­te­rung der Gat­tung um die Dimen­si­on epi­scher Erzähl­for­men“[27] erwei­tert. Wich­tig sei dabei auch „eine Refor­mu­lie­rung der Fort­set­zungs­ge­schich­te als ‚gro­ßes Erzäh­len‘, in der sich die Seri­en­fol­ge zum Kapi­tel der Roman­er­zäh­lung wan­delt. Mit die­sem edi­to­ri­schen Kniff hebelt À SUIVRE die Pro­ble­ma­tik des seri­el­len Erzäh­lens aus und schlägt gleich­zei­tig eine Brü­cke zu Lek­tü­re­kon­ven­tio­nen, die in der Comic-Leser/in­nen­schaft weit ver­brei­tet sind.“[28] Eine Unter­schei­dung von ‚Seria­li­tät‘ und ‚seri­ell‘ sei dem­nach vor­zu­neh­men. Seri­ell sei in die­ser Dif­fe­ren­zie­rung „eine Bezeich­nung für durch­aus abge­schlos­se­ne Wer­ke, die jedoch nicht als Gan­zes, son­dern suk­zes­siv in auf­ein­an­der fol­gen­den Tei­len publi­ziert wer­den.“[29]

Ecos Kate­go­ri­sie­rung und Dol­le-Wein­kauffs Beob­ach­tun­gen wir­ken sich unter­schied­lich auf Bil­der­bo­gen aus. Eini­ge Kate­go­ri­en Ecos las­sen sich nur ein­ge­schränkt auf Print­me­di­en über­tra­gen. Ein Schau­spie­ler etwa, der immer sehr ähn­lich kon­zi­pier­te Cha­rak­te­re ver­kör­pert, wäre ob des Medi­ums, nicht denk­bar. In die­sem spe­zi­el­len Fall bedarf es einer Modi­fi­ka­ti­on: Ein Schau­spie­ler lässt sich im Bil­der­bo­gen unmög­lich bestim­men – Mär­chen- oder Hel­den­fi­gu­ren hin­ge­gen, die ähn­li­che arche­ty­pi­sche Mus­ter bedie­nen, erschei­nen durch­aus denk­bar.[30] Im Bezug auf den Comic­cha­rak­ter der Bil­der­bo­gen wäre eine sol­che Kate­go­ri­sie­rung abzu­leh­nen, denn zu vie­le lite­ra­ri­sche und comic­spe­zi­fi­sche Figu­ren glei­chen ein­an­der in den Grund­zü­gen. Ähn­lich ver­hält es sich mit der Wie­der­auf­be­rei­tung: Sie wür­de in Bil­der­bo­gen nur dann zutref­fen, wenn die jewei­li­gen Bogen ent­we­der vom sel­ben Zeich­ner stam­men (auch ver­lags­über­grei­fend mög­lich), inner­halb des glei­chen Ver­lags her­aus­ge­ge­ben wer­den, oder unab­hän­gig von Ver­lag und Zeich­ner ent­ste­hen wür­den.

Die Serie und die Spi­ra­le indes sind auch auf Bil­der­bo­gen über­trag­bar: Fest­ge­leg­te Situa­tio­nen, iden­ti­sche Prot­ago­nis­ten mit wech­seln­den Neben­fi­gu­ren und gleich­blei­ben­den nar­ra­ti­ve Sche­ma­ta könn­ten sich auch in gedruck­ten Medi­en fin­den las­sen. Im Fal­le der Spi­ra­le nennt Eco als Bei­spiel sogar Charles M. Schul­zens The Pea­nuts.[31] Eben­falls mög­lich: Die Saga und der Inter­tex­tu­el­le Dia­log. Dass ein Bil­der­bo­gen eine Fami­li­en­ge­schich­te erzählt, wäre eben­so mög­lich wie der inter­tex­tu­el­le / inter­me­dia­le Ver­weis (z. B: Bild­zi­ta­te). Letz­te­rer bezie­hen nicht nur Ver­wei­se zu ande­ren Wer­ken mit ein, son­dern beschrei­ben auch Bogen, die bereits im Titel auf­ein­an­der ver­wei­sen. Hier­bei han­delt es sich expli­zit nicht um Bogen, die mit fort­lau­fen­den Num­mern mar­kiert sind (ers­ter, zwei­ter, drit­ter Bogen usw.), son­dern Exem­pla­re wie For­de­rung des Bau­er Troll an den Maler Frank, als der­sel­be ihn und sei­ne gan­ze Fami­lie malen soll­te und sei­nem Nach­fol­ger Ant­wort des Maler Frank.

Die Wie­der­auf­nah­me defi­niert sich fol­gen­der­ma­ßen: Ein Prot­ago­nist wie Rinal­do Rinal­di­ni wür­de in meh­re­ren Bogen unter­schied­li­che Aben­teu­er bestehen. In die­sem Fall wäre ein Fort­set­zungs­bo­gen nur dann vali­de, wür­de der Titel des ers­ten Bogens ein­deu­tig nicht auf even­tu­el­le Fort­set­zun­gen ver­wei­sen. Wei­ter­hin wür­den die Bogen auch nicht direkt auf­ein­an­der fol­gen (wie im Fal­le des Bau­er Troll / Maler Frank oder des Kas­per­le Thea­ter 1. bis 6. Stück), son­dern mit gro­ßen Abstän­den publi­ziert – der Ver­le­ger, Zeich­ner oder ein unab­hän­gi­ger Ver­le­ger, der vom Erfolg der Figur pro­fi­tie­ren möch­te, hät­te dem­nach erkannt, dass es sich beim betref­fen­den Exem­plar um einen finan­zi­ell beson­ders loh­nen­des Motiv han­delt und beschließt erst nach die­ser Erkennt­nis, wei­te­re Aben­teu­er des Prot­ago­nis­ten zu ver­le­gen (sie­he Ecos Bei­spiel der Mus­ke­tier­tri­lo­gie von Alex­and­re Dumas). Glei­cher­ma­ßen wäre es auch mög­lich, dass ein ande­rer Ver­le­ger den sel­ben Zeich­ner enga­giert, um eine Fort­set­zung zu einem in einem ande­ren Ver­lag erschie­ne­nen ers­ten Bogen zu ent­wer­fen. Eine Aus­nah­me­re­ge­lung las­sen Bogen zu, die zwar bereits im Titel auf Fort­set­zun­gen ver­wei­sen, auch direkt auf­ein­an­der publi­ziert wer­den, dann aber pau­sie­ren und erst eini­ge Zeit spä­ter einen Nach­züg­ler bekom­men.

Unter der Annah­me, dass Seria­li­tät nicht nur iden­tisch-wie­der­keh­ren­de Mus­ter (Eco), son­dern auch all­ge­mei­ne Fort­set­zungs­ge­schich­ten und spä­ter zu Gra­phic Novels zusam­men­ge­füg­te Ein­zel­blät­ter beschreibt (Dol­le-Wein­kauff) – die auf Bil­der­bo­gen über­tra­gen als mehr­sei­ti­ge Geschich­ten ange­se­hen wer­den, erge­ben sich ver­schie­de­ne Vari­an­ten der Seria­li­tät für das Medi­um. Fol­gen­de Kate­go­ri­en kön­nen hier auf­tre­ten:

Kate­go­rie Vor­aus­set­zung
Wie­der­auf­nah­me Ein Bil­der­bo­gen­prot­ago­nist erscheint in einem Bogen erneut. Der Zeich­ner und / oder der Ver­lag muss dabei nicht iden­tisch sein. Die Bogen dür­fen im Titel nicht auf mög­li­che Fort­set­zun­gen ver­wei­sen und soll­ten zudem nicht direkt auf­ein­an­der fol­gen. Die Geschich­te um den erneut ver­wen­de­ten Prot­ago­nis­ten muss dabei neu sein.

 

Aus­nah­me: Zwei oder mehr Bogen ver­wei­sen im Titel auf Fort­set­zun­gen (ers­ter Bogen, zwei­ter Bogen …) und fol­gen direkt auf­ein­an­der. Nach eini­gen Wochen, Mona­ten oder Jah­ren wird ein wei­te­rer (abschlie­ßen­der) Bogen publi­ziert.

Wie­der­auf­be­rei­tung Eine bereits bekann­te Geschich­te bzw. ein bekann­tes Grund­mus­ter wird neu erzählt.

Vor­aus­set­zung: Der Zeich­ner und / oder Ver­le­ger ist iden­tisch.

Serie Fest­ge­leg­te Situa­tio­nen und bestimm­te Haupt­cha­rak­te­re erschei­nen immer wie­der, Neben­fi­gu­ren ändern sich und ver­mit­teln den Ein­druck, es han­de­le sich um eine neue Geschich­te, die sich von ihrem Vor­gän­ger unter­schei­det. Mög­li­cher Rück­blick auf die Ver­gan­gen­heit des / der Prot­ago­nis­ten.
Spi­ra­le Abwand­lung der Serie. Jeder Cha­rak­ter ver­rich­tet die ihm ange­dach­ten Tätig­kei­ten, wäh­rend sich sei­ne Per­sön­lich­keit ver­tieft.
Arche­ty­pi­scher Prot­ago­nist / Sym­bo­li­sches Tier Abwand­lung von Ecos Schau­spie­ler, der die ewig glei­chen Rol­len spielt. Hier­bei tre­ten in Bil­der­bo­gen arche­ty­pi­sche Per­so­nen sym­bo­li­sche Tie­re auf, deren Hand­lun­gen und Moti­va­tio­nen ein­an­der glei­chen. Es besteht eine struk­tu­rel­le Nähe zur Wie­der­auf­be­rei­tung.
Saga Die Zeit wird anhand altern­der Figu­ren­grup­pen abge­bil­det.
Inter­tex­tu­el­ler Dia­log Pla­gia­te, Zita­te, Par­odi­en etc. las­sen sich in Bil­der­bo­gen aus­ma­chen. Titel bezie­hen sich auf­ein­an­der usw.

In der Annah­me seri­el­ler Fort­set­zungs­ge­schich­ten wie sie Dol­le-Wein­kauff beschreibt, las­sen sich im Bil­der­bo­gen fol­gen­de theo­re­ti­sche Mög­lich­kei­ten der Fort­set­zun­gen aus­ma­chen, von denen die Kate­go­rie des Ein­zel­bil­des a) – c) sowie Meta­pa­nel b) bis g), gemisch­te Struk­tu­ren a) – g) und i) bis p), sowie jeg­li­che Form seri­el­ler Musik­bo­gen, nach der­zei­ti­gem Foschungs­stand nur in der Theo­rie auf­tre­ten.[32] Wäh­rend bei den gemisch­ten Struk­tu­ren Meta­pa­nel­bo­gen und Panel­struk­tur- bzw. Musik­bo­gen immer nicht mehr als einen Bogen der jewei­li­gen Struk­tur erhal­ten müs­sen, sind bei Ein­zel­bil­dern immer meh­re­re Bogen not­wen­dig, um Ein­zel­bild­se­quen­zen zu erzeu­gen, denn ein Ein­zel­bild kann nur dann sequen­zi­ell aus­fal­len, wenn wei­te­re Bil­der fol­gen (vgl. hier­zu auch die Kup­fer­stich­fol­gen von Wil­liam Hogarth)[33].

Ein­zel­bild
a) Ein­zel­bil­der wer­den fort­ge­setzt und bil­den somit Seria­li­tät und Sequen­zia­li­tät. (Iden­ti­scher Ver­lag und / oder Zeich­ner)
b) Ein­zel­bil­der wer­den fort­ge­setzt und bil­den somit Seria­li­tät und Sequen­zia­li­tät. (Ver­schie­de­ne Ver­lags­häu­ser und / oder Zeich­ner)
c) Ein­zel­bil­der wer­den von ande­ren Ver­lags­häu­sern / Zeich­nern fort­ge­setzt und bil­den somit Seria­li­tät und Sequen­zia­li­tät.
Meta­pa­nel
a) Meh­re­re Meta­pa­nel­bo­gen Typ 1 erzäh­len eine Geschich­te.
b) Meh­re­re Meta­pa­nel­bo­gen Typ 2 erzäh­len eine Geschich­te.
c) Meh­re­re Meta­pa­nel­bo­gen Typ 3 erzäh­len eine Geschich­te
d) Meh­re­re Meta­pa­nel­bo­gen unter­schied­li­cher Typi­sie­run­gen erzäh­len eine Geschich­te
e) Meh­re­re Meta­pa­nel­bo­gen eines Ver­le­gers ver­wen­den iden­ti­sche Prot­ago­nis­ten in ver­schie­de­nen Aben­teu­ern.
f) Meh­re­re Meta­pa­nel­bo­gen eines Zeich­ners ver­wen­den iden­ti­sche Prot­ago­nis­ten in ver­schie­de­nen Aben­teu­ern (Ver­lags­un­ab­hän­gig).
g) Meh­re­re Meta­pa­nel­bo­gen ver­wen­den iden­ti­sche Prot­ago­nis­ten in ver­schie­de­nen Aben­teu­ern. (Unab­hän­gig von Ver­lag und Zeich­ner)
Panel­struk­tur- und Musik­bo­gen
a) Meh­re­re Panel­struk­tur­bo­gen oder Musik­bo­gen erzäh­len eine Geschich­te.
b) Meh­re­re Panel­struk­tur­bo­gen oder Musik­bo­gen eines Ver­le­gers ver­wen­den iden­ti­sche Prot­ago­nis­ten in ver­schie­de­nen Aben­teu­ern.
c) Meh­re­re Panel­struk­tur­bo­gen oder Musik­bo­gen eines Zeich­ners ver­wen­den iden­ti­sche Prot­ago­nis­ten in ver­schie­de­nen Aben­teu­ern (ver­lags­über­grei­fend).
d) Meh­re­re Panel­struk­tur­bo­gen oder Musik­bo­gen ver­wen­den iden­ti­sche Prot­ago­nis­ten in ver­schie­de­nen Aben­teu­ern (unab­hän­gig von Ver­lag und Zeich­ner).
Gemisch­te Struk­tu­ren.  
Meta­pa­nel und Ein­zel­bil­der a) (Meh­re­re) Meta­pa­nel­bo­gen unter­schied­li­cher oder glei­cher Typi­sie­run­gen und meh­re­re Ein­zel­bil­der glei­cher und / oder unter­schied­li­cher Typi­sie­run­gen erzäh­len eine Geschich­te.
b) (Meh­re­re) Meta­pa­nel­bo­gen unter­schied­li­cher oder glei­cher Typi­sie­run­gen und meh­re­re Ein­zel­bil­der glei­cher und / oder unter­schied­li­cher Typi­sie­run­gen eines Ver­le­gers ver­wen­den iden­ti­sche Prot­ago­nis­ten in ver­schie­de­nen Aben­teu­ern.
c) (Meh­re­re) Meta­pa­nel­bo­gen unter­schied­li­cher oder glei­cher Typi­sie­run­gen und meh­re­re Ein­zel­bil­der glei­cher und / oder unter­schied­li­cher Typi­sie­run­gen eines Zeich­ners ver­wen­den iden­ti­sche Prot­ago­nis­ten in ver­schie­de­nen Aben­teu­ern (Ver­lags­un­ab­hän­gig).
d) (Meh­re­re) Meta­pa­nel­bo­gen unter­schied­li­cher oder glei­cher Typi­sie­run­gen und meh­re­re Ein­zel­bil­der glei­cher und / oder unter­schied­li­cher Typi­sie­run­gen ver­wen­den iden­ti­sche Prot­ago­nis­ten in ver­schie­de­nen Aben­teu­ern (Unab­hän­gig von Ver­lag und Zeich­ner).
Meta­pa­nel und Panel­struk­tur. e) (Meh­re­re) Meta­pa­nels unter­schied­li­cher oder glei­cher Typi­sie­run­gen und (meh­re­re) Panel­struk­tur- bzw. Musik­bo­gen glei­cher und / oder unter­schied­li­cher Typi­sie­run­gen erzäh­len eine Geschich­te.
f) (Meh­re­re) Meta­pa­nels unter­schied­li­cher oder glei­cher Typi­sie­run­gen und (meh­re­re) Panel­struk­tur- bzw. Musik­bo­gen glei­cher und / oder unter­schied­li­cher Typi­sie­run­gen eines Ver­le­gers ver­wen­den iden­ti­sche Prot­ago­nis­ten in ver­schie­de­nen Aben­teu­ern.
g) (Meh­re­re) Meta­pa­nels unter­schied­li­cher oder glei­cher Typi­sie­run­gen und (meh­re­re) Panel­struk­tur- bzw. Musik­bo­gen glei­cher und / oder unter­schied­li­cher Typi­sie­run­gen eines Zeich­ners ver­wen­den iden­ti­sche Prot­ago­nis­ten in ver­schie­de­nen Aben­teu­ern (Ver­lags­un­ab­hän­gig).
h) (Meh­re­re) Meta­pa­nels unter­schied­li­cher oder glei­cher Typi­sie­run­gen und (meh­re­re) Panel­struk­tur- bzw. Musik­bo­gen glei­cher und / oder unter­schied­li­cher Typi­sie­run­gen ver­wen­den iden­ti­sche Prot­ago­nis­ten in ver­schie­de­nen Aben­teu­ern (Unab­hän­gig von Ver­lag und Zeich­ner).
Panel­struk­tur und Ein­zel­bil­der. i) (Meh­re­re) Panel­struk­tur- bzw. Musik­bo­gen unter­schied­li­cher oder glei­cher Typi­sie­run­gen und meh­re­re Ein­zel­bil­der glei­cher und / oder unter­schied­li­cher Typi­sie­run­gen erzäh­len eine Geschich­te.
j) (Meh­re­re) Panel­struk­tur- bzw. Musik­bo­gen unter­schied­li­cher und / oder glei­cher Typi­sie­run­gen und meh­re­re Ein­zel­bil­der glei­cher und / oder unter­schied­li­cher Typi­sie­run­gen eines Ver­le­gers ver­wen­den iden­ti­sche Prot­ago­nis­ten in ver­schie­de­nen Aben­teu­ern.
k) (Meh­re­re) Panel­struk­tur- bzw. Musik­bo­gen unter­schied­li­cher und / oder glei­cher Typi­sie­run­gen und meh­re­re Ein­zel­bil­der glei­cher und / oder unter­schied­li­cher Typi­sie­run­gen eines Zeich­ners ver­wen­den iden­ti­sche Prot­ago­nis­ten in ver­schie­de­nen Aben­teu­ern (Ver­lags­un­ab­hän­gig).
l) (Meh­re­re) Panel­struk­tur- bzw. Musik­bo­gen unter­schied­li­cher und / oder glei­cher Typi­sie­run­gen und meh­re­re Ein­zel­bil­der glei­cher und / oder unter­schied­li­cher Typi­sie­run­gen ver­wen­den iden­ti­sche Prot­ago­nis­ten in ver­schie­de­nen Aben­teu­ern (Unab­hän­gig von Ver­lag und Zeich­ner).
Einzelbilder‑, Panel­struk­tur- und Meta­pa­nel­bo­gen m) Meh­re­re Ein­zel­bil­der­bo­gen unter­schied­li­cher und / oder glei­cher Typi­sie­run­gen, (meh­re­re) Meta­pa­nel­bo­gen unter­schied­li­cher und / oder glei­cher Typi­sie­run­gen und (meh­re­re) Panel­struk­tur­bo­gen und / oder glei­cher Typi­sie­run­gen erzäh­len eine Geschich­te.
n) Meh­re­re Ein­zel­bil­der­bo­gen unter­schied­li­cher und / oder glei­cher Typi­sie­run­gen, (meh­re­re) Meta­pa­nel­bo­gen unter­schied­li­cher und / oder glei­cher Typi­sie­run­gen und (meh­re­re) Panel­struk­tur­bo­gen und / oder glei­cher Typi­sie­run­gen eines Ver­le­gers ver­wen­den iden­ti­sche Prot­ago­nis­ten in ver­schie­de­nen Aben­teu­ern.
o) Meh­re­re Ein­zel­bil­der­bo­gen unter­schied­li­cher und / oder glei­cher Typi­sie­run­gen, (meh­re­re) Meta­pa­nel­bo­gen unter­schied­li­cher und / oder glei­cher Typi­sie­run­gen und (meh­re­re) Panel­struk­tur­bo­gen und / oder glei­cher Typi­sie­run­gen eines Zeich­ners ver­wen­den iden­ti­sche Prot­ago­nis­ten in ver­schie­de­nen Aben­teu­ern (Ver­lags­un­ab­hän­gig).
p) Meh­re­re Ein­zel­bil­der­bo­gen unter­schied­li­cher und / oder glei­cher Typi­sie­run­gen, (meh­re­re) Meta­pa­nel­bo­gen unter­schied­li­cher und / oder glei­cher Typi­sie­run­gen und (meh­re­re) Panel­struk­tur­bo­gen und / oder glei­cher Typi­sie­run­gen ver­wen­den iden­ti­sche Prot­ago­nis­ten in ver­schie­de­nen Aben­teu­ern (Unab­hän­gig von Ver­lag und Zeich­ner).

Einschränkung

Seri­ell wird, trotz sei­ner zuvor weit­rei­chen­den Mög­lich­kei­ten, vor allem im Sin­ne der ursprüng­li­chen Bedeu­tung des latei­ni­schen Wor­tes sere­re, dem Infi­ni­tiv Prä­sens von series (lat. für Rei­he)[34] mit der Bedeu­tung etw. rei­hen, ver­wen­det. Fort­an wird der Begriff seri­ell syn­onym zu Rei­hen­bo­gen ver­wen­det, Bogen also, die fort­ge­setzt wer­den. Die bereits genann­ten Seria­li­täts­kri­te­ri­en Ecos in Ein­klang mit den Beob­ach­tun­gen Dol­le-Wein­kauffs deu­ten an, dass es im fol­gen­den Kapi­tel vor allem um gereih­te Bil­der­bo­gen geht. Die­se Ein­schrän­kung wird vor­ge­nom­men, weil bestimm­te Kate­go­ri­en wie etwa die Wie­der­auf­nah­me oder Wie­der­auf­be­rei­tung prin­zi­pi­ell auf Adap­tio­nen jed­we­der Art inner­halb des Bil­der­bo­gens zutref­fen. So wären alle Adap­tio­nen aus Musik und Lite­ra­tur streng­ge­nom­men einer der bei­den Kate­go­ri­en zuzu­ord­nen, obschon sie nicht not­wen­di­ger­wei­se eine Rei­he bil­den. Somit gilt: Eine Figur und / der Geschich­te wird nur dann als seri­ell wahr­ge­nom­men, wenn sie inner­halb des Medi­ums Bil­der­bo­gen mehr­fach nach­ge­wie­sen wer­den kann. Fin­det sich dar­über hin­aus Ein­zel­bo­gen mit ähn­li­chem Figu­ren­in­ven­tar, so wer­den die­se eben­falls Erwäh­nung fin­den.

Im ursprüng­li­chen Sin­ne seri­el­le Bogen, die nicht fort­ge­setzt wer­den, sind nicht Teil der Ana­ly­se. Die­se Aus­nah­men sol­len kurz genannt und kate­go­ri­siert wer­den. Die exak­te Ana­ly­se kann den ent­spre­chen­den Kapi­teln ent­nom­men wer­den, in der Tabel­le nicht genann­te Bogen wei­sen Eigen­schaf­ten auf, die sie, trotz – vor­nehm­lich – iden­ti­scher Prot­ago­nis­ten o. ä. als nicht-sequen­zi­ell aus­wei­sen wie z. B. Bogen, die nicht mehr aus dem 19. Jahr­hun­dert stam­men. Prot­ago­nis­ten wie Frie­der mit der Gei­ge oder Aschen­put­tel / Aschen­brö­del – Figu­ren also, die auf unter­schied­li­chen Mär­chen­va­ri­an­ten basie­ren und sich in den Namen oder erheb­li­cher Details unter­schei­den – wur­den um der Voll­stän­dig­keit wil­len auf­ge­führt.

Prot­ago­nist / Geschich­te Bogen Zuord­nung Kate­go­rie
Schnee­witt­chen. Snee­witt­chen. Mün­che­ner Bil­der­bo­gen Nr. 1000. Gemisch­te Struk­tu­ren. h). Wie­der­auf­be­rei­tung.
Snee­witt­chen (nach Grimm). Deut­sche Bil­der­bo­gen für Jung und Alt Nr. 43.
Der gestie­fel­te Kater. Der gestie­fel­te Kater. Mün­che­ner Bil­der­bo­gen Nr. 48. Gemisch­te Struk­tu­ren h). Wie­der­auf­be­rei­tung.
Der gestie­fel­te Kater. Neu­rup­pi­ner Bil­der­bo­gen Oeh­mig­ke und Riem­schnei­der Nr. 3027.
Rinal­do Rinal­di­ni. Rinal­do Rinal­di­ni. Ernst Lit­faß Nr. 6. Gemisch­te Struk­tu­ren h). Kor­pus 629 und 35: Wie­der­auf­be­rei­tung.

 

Kor­pus 632: Wie­der­auf­nah­me. Der Weis­sen­bur­ger Bogen illus­triert – im Gegen­satz zu den ande­ren Bogen – den kom­plet­ten Roman und nicht nur das aus dem Roman her­vor­ge­gan­ge­ne Volks­lied.

 

Kor­pus 230: Inter­tex­tu­el­ler Dia­log. Der über­aus bru­ta­le Bogen (Men­schen schie­ßen ihren Geg­nern ins Gesicht) ver­weist nur mit­tels eines an der Wand hän­gen­den Pos­ters auf Rinal­do Rinal­di­ni.

Rinal­do Rinal­di­ni. Neu­rup­pi­ner Bil­der­bo­gen Oeh­mig­ke und Riem­schnei­der Nr. 2170.
Rinal­do Rinal­di­ni. Weis­sen­bur­ger (Elsass) Bil­der­bo­gen Nr. 1584.
Die Räu­ber­höh­le. Gezeich­net von R. Schön­born. Deut­sche Bil­der­bo­gen für Jung und Alt Nr. 105.
Frie­der mit der Gei­ge. Das Mär­lein vom klei­nen Frie­der mit der Gei­ge. Mün­che­ner Bil­der­bo­gen Nr. 122. Gemisch­te Struk­tu­ren h). Wie­der­auf­be­rei­tung.

 

Kor­pus 633 ori­en­tiert sich an Albert Lud­wig Grimm, Kor­pus 182 an den Brü­dern Grimm, d. h. der Name Frie­der wird nur in Kor­pus 633 genannt.

Der Jude im Dorn. Deut­sche Bil­der­bo­gen für Jung und Alt Nr. 182.
Aschen­brö­del. Aschen­brö­del, oder Geschich­te vom glä­ser­nen Pant­öf­fel­chen. Neu­rup­pi­ner Bil­der­bo­gen Gus­tav Kühn Nr. 1059. Kor­pus 4 und 126: Panel­struk­tur- und Musik­bo­gen b) und c).

 

(Nr. 4300 ist iden­tisch zu Nr. 1059 und wur­de nur neu gestal­tet.)

 

Kor­pus 4, 126 und 197: Panel­struk­tur- und Musik­bo­gen d).

Kor­pus 4 und 126: Wie­der­auf­be­rei­tung.

 

Kor­pus 4, 126 und 197: Wie­der­auf­nah­me.

 

Die Aschen­brö­del- und Aschen­put­tel­bo­gen basie­ren auf unter­schied­li­chen Vor­la­gen (Per­rault und Grimm).

Aschen­brö­del oder der glä­ser­ne Pan­tof­fel. Neu­rup­pi­ner Bil­der­bo­gen Gus­tav Kühn Nr. 4300.
Aschen­put­tel (nach Grimm). Deut­sche Bil­der­bo­gen  für Jung und Alt Nr. 71.
Rit­ter Blau­bart. Rit­ter Blau­bart. Gezeich­net von O. Brau­se­wet­ter. Deut­sche Bil­der­bo­gen für Jung und Alt Nr. 153. Panel­struk­tur- und Musik­bo­gen d). Wie­der­auf­be­rei­tung.
Blau­bart. Mün­che­ner Bil­der­bo­gen Nr. 95.
König Dros­sel­bart. König Dros­sel­bart. Mün­che­ner Bil­der­bo­gen Nr. 220. Panel­struk­tur- und Musik­bo­gen d). Wie­der­auf­be­rei­tung.
König Dros­sel­bart (nach Grimm). Deut­sche Bil­der­bo­gen für Jung und Alt Nr. 227.
Hän­sel und Gre­thel (bzw. Mar­tin und Ilse). Han­sel und Gre­thel. Neu­rup­pi­ner Bil­der­bo­gen Oeh­mig­ke und Riem­schnei­der Nr. 8656. Panel­struk­tur- und Musik­bo­gen d). Wie­der­auf­be­rei­tung.
Lehr­rei­che Geschich­te von Mar­tin und Ilse oder das Pfef­fer­ku­chen­häus­chen. Neu­rup­pi­ner Bil­der­bo­gen Gus­tav Kühn Nr. 1136.
Hän­sel und Gre­thel (nach Grimm). Deut­sche Bil­der­bo­gen für Jung und Alt Nr. 53.
 

Wei­te­re Bei­spie­le nicht unter­such­ter Bogen

 

Rot­käpp­chen. Rot­käpp­chen. Mag­de­bur­ger Bil­der­bo­gen Nr. 2368. Panel­struk­tur- und Musik­bo­gen d). Wie­der­auf­be­rei­tung.
Rot­käpp­chen. Mün­che­ner Bil­der­bo­gen Nr. 1055.
Die sie­ben Schwa­ben. Die sie­ben Schwa­ben. Mün­che­ner Bil­der­bo­gen Nr. 959. Panel­struk­tur- und Musik­bo­gen d). Wie­der­auf­be­rei­tung.
Die Mähr‘ von den sie­ben Schwa­ben. Deut­sche Bil­der­bo­gen für Jung und Alt Nr. 3.
Genofe­fa. Geschich­te der hl. Genofe­fa. Neu­rup­pi­ner Bil­der­bo­gen Gus­tav Kühn Nr. 2565. Gemisch­te Struk­tu­ren h). Inter­tex­tu­el­ler Dia­log.

 

In Von der Eifel wird Genofe­fas Legen­de in einem Meta­pa­n­el­ele­ment erneut erzählt

Von der Eifel. Deut­sche Bil­der­bo­gen für Jung und Alt Nr. 87.
Bre­mer Stadt­mu­si­kan­ten. Die Bre­mer Stadt­mu­si­kan­ten. Mün­che­ner Bil­der­bo­gen Nr. 1045. Panel­struk­tur- und Musik­bo­gen d). Wie­der­auf­be­rei­tung.
Die Bre­mer Stadt­mu­si­kan­ten (nach Grimm). Deut­sche Bil­der­bo­gen für Jung und Alt Nr. 207.
Däum­ling. Erzäh­lung vom klei­nen Däum­ling. Neu-Rup­pi­ner Bil­der­bo­gen Oeh­mig­ke & Riem­schnei­der Nr. 1572. Panel­struk­tur- und Musik­bo­gen d). Wie­der­auf­nah­me.

 

Däum­ling erlebt zwei ver­schie­de­ne Aben­teu­er.

Der klei­ne Däum­ling. Mün­che­ner Bil­der­bo­gen Nr. 64.
Dok­tor Eisen­bart. Dok­tor Eisen­bart. Mün­che­ner Bil­der­bo­gen Nr. 186. Panel­struk­tur- und Musik­bo­gen d). Wie­der­auf­nah­me.

 

Weni­ge Panelin­hal­te glei­chen ein­an­der. Sonst ande­re Ope­ra­tio­nen und Heil­me­tho­den.

Dok­tor Eisen­bart. Neu­rup­pi­ner Bil­der­bo­gen Gus­tav Kühn. Unbe­kann­te Num­mer.
Tisch­lein deck‘ dich. Erzäh­lung vom Knüp­pel aus dem Sack. Unbe­kann­ter Ver­lag Nr. A 411. Panel­struk­tur- und Musik­bo­gen d). Wie­der­auf­be­rei­tung.
Tisch­lein deck’ dich, Es’lein streck dich, Knüp­pel aus dem Sack. Mün­che­ner Bil­der­bo­gen Nr. 795.
Vom Knüp­pel aus dem Sack. Neu­rup­pi­ner Bil­der­bo­gen Gus­tav Kühn Nr. 8464.

Belege:

[1] Vgl. Saus­verd, Antoi­ne: Les Cou­sins Ger­mains De Plick et Plock. Und Colomb, Geor­ges (Chris­to­phe): Les Gre­nouilles et Les Car­tes.

[2] Eco, Umber­to: Seria­li­tät im Uni­ver­sum der Kunst und der Mas­sen­me­di­en. In: ders. Im Laby­rinth der Ver­nunft. Tex­te über Kunst und Zei­chen. Leip­zig 1989. S. 304.

[3] Ecos Beob­ach­tun­gen stam­men aus den spä­ten 1980er Jah­ren und das Bei­spiel Star Wars erwies sich als pro­phe­tisch: Wäh­rend bis 1989 ledig­lich drei Star-Wars-Fil­me ins Kino kamen, zwei Ewok-Able­ger (1984 und 1985) und ein Weih­nachts­spe­zi­al (1978) für das Fern­se­hen pro­du­ziert wur­den, ent­stan­den in den spä­ten 1990er / frü­hen 2000er Jah­ren drei Pre­quel­fil­me sowie wei­te­re Sequels in den 2010er Jah­ren. Ein wei­te­res Pre­quel wur­de im Jah­re 2016 ver­öf­fent­licht und erzählt die Vor­ge­schich­te zum ers­ten Star-Wars-Film der Urtri­lo­gie mit naht­lo­sem Über­gang zu Epi­so­de IV: A New Hope. Ein Film über die Vor­ge­schich­te eines belieb­ten Prot­ago­nis­ten (Solo – A Star Wars Sto­ry, 2018) folg­te. Diver­se Zei­chen­trick und Ani­ma­ti­ons­se­ri­en wur­den über­dies für das Fern­se­hen pro­du­ziert und fun­gie­ren als Bin­de­glied zwi­schen Pre­quel- und Urfilm­tri­lo­gie sowie als Wei­ter­füh­rung der­sel­ben. Allein die Fil­me A New Hope (Epi­so­de IV, ers­ter Film), Return of the Jedi (Epi­so­de VI, zwei­ter Film) sowie The Force Awa­kens (Epi­so­de VII, sieb­ter Film) und The Last Jedi (Epi­so­de VIII, ach­ter Film) erzäh­len prin­zi­pi­ell die glei­che Geschich­te mit leich­ten Varia­tio­nen und zumeist iden­ti­schem Figu­ren­in­ven­tar (Eine Grup­pe jun­ger Rebel­len ver­bün­det sich, um das galak­ti­sche Impe­ri­um zu ver­nich­ten).

[4] Eco, Umber­to: Seria­li­tät im Uni­ver­sum der Kunst und der Mas­sen­me­di­en. S. 304.

[5] Vgl. Eco, Umber­to: Seria­li­tät im Uni­ver­sum der Kunst und der Mas­sen­me­di­en. In: ders. Im Laby­rinth der Ver­nunft. Tex­te über Kunst und Zei­chen. Leip­zig 1989. S. 304.

[6] Vgl. ebd. S. 305.

[7] Vgl. ebd. S. 305.

[8] Vgl. ebd. S. 306.

[9] Vgl. ebd. S. 306.

[10] Ebd. S. 307.

[11] Ebd. S. 307 – 311.

Zum Bei­spiel E. T.: In einem Star Wars Pre­quel von 1999, The Phan­tom Mana­ce, sind in einer Sze­ne zudem ver­schie­de­ne Ver­tre­ter der Ras­se E. T.‘s zu erken­nen, die in einem Raum­schiff flie­gen. Wei­ter­hin irrt Eco in der Annah­me, Yoda, jener durch E. T. umarm­te Gnom, sei eine Schöp­fung des ita­lie­ni­schen Spe­cial-Effec­ts-Spe­zia­lis­ten Car­lo Ram­bal­di. Jener erschuf zwar E. T., eine Mit­ar­beit an den Star-Wars-Fil­men ist indes nicht bekannt. Vgl. hier­zu: Lucas, Geor­ge: Star Wars: Epi­so­de I. The Phan­tom Mana­ce. USA 1999. Und: Anony­mus: Car­lo Ram­bal­di. http://www.imdb.com/name/nm0708058/ [kon­sul­tiert am 29. 01. 2018].

[12] Vgl. Eco, Umber­to: Seria­li­tät im Uni­ver­sum der Kunst und der Mas­sen­me­di­en. S. 318.

[13] Dol­le-Wein­kauff, Bernd: Comic, Gra­phic Novel und Seria­li­tät. In: Hoch­rei­ter, Susan­ne und Ursu­la Klin­gen­böck (Hg.): Bild ist Text ist Bild. Nar­ra­ti­on und Ästhe­tik in der Gra­phic Novel. Bie­le­feld 2014. S. 158 – 159.

[14] Vgl. hier­zu: Van­ce, Wil­liam u. Greg: Die teuf­li­schen Augen. In: dies.: Bru­no Bra­zil. Gesamt­aus­ga­be Bd. 1. Köln 2013.

[15] Vgl. Schä­fer, Frank: Aben­teu­rer mit Tusche und Gra­phit. http://www.zeit.de/kultur/literatur/2012–03/moebius-jean-giraud-comic [kon­sul­tiert am 26.01.2018].

[16] Vgl. Par­ker, Trey und Matt Stone: South Park. http://www.southpark.de/alle-episoden [kon­sul­tiert am 29.01.2018].

Ken­ny McCor­mick stirbt in Epi­so­de 13, Staf­fel 5 (Ken­nys Tod) und erwacht erst in Epi­so­de 17, Staf­fel 6 (Weih­nach­ten im Irak: Blut und Wun­der) wie­der zum Leben.

[17] Bei allen drei Seri­en blei­ben das Alter der Prot­ago­nis­ten sowie der fami­liä­re Rah­men immer gleich. Ledig­lich South Park bil­det mit dem Able­ben Ken­nys und Fami­ly Guy mit dem eben­falls nur meh­re­re Epi­so­den dau­ern­den Able­ben des Hun­des Bri­an eine Aus­nah­me. Bri­an stirbt in der Staf­fel 12, Epi­so­de 6: Das Leben des Bri­an. Von einem Auto über­fah­ren, wird er durch den neu­en Hund Vin­ny ersetzt und in Epi­so­de 8 mit­tels einer Zeit­rei­se (ein inter­tex­tu­el­ler Dia­log zum Robert Zeme­cki Film Back To The Future von 1985) wie­der in die Serie inte­griert. Bri­ans Able­ben ging laut dem Exe­cu­ti­ve Pro­du­cer Ste­ve Cal­lag­han dar­auf zurück, die Serie ‚auf­zu­rüt­teln‘, Peter Hol­s­lin vom Rol­ling Stone Maga­zi­ne ver­weist aber auch auf sin­ken­de Ein­schalt­quo­ten und den Ver­such, durch das Able­ben einer Figur, Auf­merk­sam­keit auf die Serie zu len­ken. (Vgl. Cal­lag­han, Ste­ve: Why ‘Fami­ly Guy’ Kil­led Bri­an Grif­fin. https://www.rollingstone.com/tv/news/why-family-guy-killed-brian-griffin-20131126 [kon­sul­tiert am 01.02.2018]). Ande­re Medi­en, wie etwa CBS News ver­wei­sen auf Zuschau­er­pro­tes­te und Peti­tio­nen. (Vgl. Lom­bar­di, Ken: „Fami­ly Guy”: Bri­an Grif­fin comes back from the dead. https://www.cbsnews.com/news/family-guy-brian-griffin-back-from-the-dead/ [kon­sul­tiert am 01.02.2018]). Zuschau­ern mit gro­ßer pop­kul­tu­rel­ler Bil­dung wird jedoch auf­fal­len, dass Seth Mac­Far­la­ne inner­halb der Serie immer wie­der inter­tex­tu­el­le Refe­ren­zen zu Star Wars und auch Back To The Future in den Seri­en­ver­lauf inte­griert (Im Fal­le von Star Wars gab es sogar Epi­so­den, in denen die Fami­ly Guy Figu­ren die Urtri­lo­gie nach­spiel­ten) und sehr selbst­re­fe­ren­zi­ell mit Seri­en­kon­ven­tio­nen umgeht, sie immer wie­der par­odiert wer­den. Beim Tode einer der Haupt­fi­gu­ren könn­te es sich dem­nach nicht nur um eine Refe­renz zu Seri­en han­deln, die Figu­ren durch weni­ger belieb­te Imi­ta­tio­nen aus­tau­schen, son­dern auch als Mög­lich­keit gese­hen wer­den, Back To The Future zu zitie­ren. (Vgl. Mac­Far­la­ne, Seth: Fami­ly Guy. Los Ange­les ab 1999.)

[18] Dol­le-Wein­kauff, Bernd: Comic, Gra­phic Novel und Seria­li­tät. S. 159.

[19] Vgl. ebd. S. 159.

[20] Ebd. S. 162.

[21] Ebd. S. 162.

[22] Ebd. S. 162.

[23] Ebd. S. 163.

[24] Kapi­tel I.: Das Kor­pus. Zusam­men­set­zung lis­tet eini­ge die­ser Bogen­samm­lun­gen auf. Dar­über hin­aus publi­zier­ten Ver­la­ge wie Braun & Schnei­der bereits im spä­ten 19. Jahr­hun­dert diver­se Samm­lun­gen ihrer Bogen.

[25] Vgl. Dol­le-Wein­kauff, Bernd: Comic, Gra­phic Novel und Seria­li­tät. S. 164.

[26] Ebd. S. 165.

[27] Ebd. S. 165.

[28] Ebd. S. 165.

[29] Ebd. S. 165.

[30] Bei­spie­le die­ser Art wären z. B. der Frosch in Dorn­rös­chen und Der Frosch­kö­nig als Mitt­ler zwi­schen den Wel­ten, diver­se Prin­zen die eine Prin­zes­sin erret­ten, Prin­zes­sin­nen die einen Lei­dens­weg durch­schrei­ten (Der Frosch­kö­nig, Dorn­rös­chen, Schnee­witt­chen, Aschen­put­tel etc.).

[31] Vgl. Eco, Umber­to: Seria­li­tät im Uni­ver­sum der Kunst und der Mas­sen­me­di­en. S. 306.

[32] Die Neu­rup­pi­ner Bil­der­bo­gen Das merk­wür­di­ge Jahr 1848. Eine neue Bil­der­zei­tung. Euro­päi­sche Frei­heits­kämp­fe. Zwei­tes Bild (Ohne Nr.), Das merk­wür­di­ge Jahr 1848. Eine neue Bil­der­zei­tung. 26tes Bild. Erz­her­zog Johann von Oes­ter­reich. Reichs­ver­wer­fer von Deutsch­land. Fei­er­li­cher Ein­zug des Reichs­ver­wer­fers in Frank­furt a/M. [sic!] am 6. Juli (Ohne Nr.) sowie Das merk­wür­di­ge Jahr 1849. Eine neue Bil­der­zei­tung. 47tes Bild. Lou­is Napo­le­on Bona­par­te, Prä­si­dent der fran­zö­si­schen Repu­blik, hält in Paris gro­ße Heer­schau über die Trup­pen (Ohne Nr.) deu­ten jedoch eine Sequen­zia­li­tät die­ser Art, wenn auch ein­zig unter Ver­wen­dung der Induk­ti­ons­me­tho­de Von Sze­ne zu Sze­ne, an, die Ver­mu­tung kann aber, ob der Quel­len­la­ge, nicht abschlie­ßend geklärt wer­den.

[33] Eine genaue Ana­ly­se der Sequenz bei Wil­liam Hogarth fin­det sich bei Smol­de­ren, Thier­ry: The Origins Of Comics. S. 3 – 23.

[34] Über­set­zung nach: Hei­ni­chen, F. A.: Pons Glo­bal­wör­ter­buch. Hei­ni­chen. Latein – Deutsch. Stutt­gart, Düs­sel­dorf u. Leip­zig 1999. S. 416.

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